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Unsere Geschichte

„Wohl mir, dass mir noch unverwöhnet
Die Lockung der Natur gefällt,
Solch eine Gegend, Freund, versöhnet
Mich mit dem Überdruß der Welt.
Man wird des Lebens überdrüssig
Bei aller Ebb’ und Flut der Stadt.
Doch hier, geschäftig oder müßig,
wird keiner seines Daseins satt.“

Moritz August von Thümmel (1738)

Diese Zeilen sind in einer Grotte auf dem Brand unterhalb der heutigen Brand-Baude eingemeißelt. Die Inschrift ist heute noch zu sehen. 

 

seit 250 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel

 Der zur Stadt Hohnstein gehörende Brand, auch als „Balkon der Sächsischen Schweiz“ bekannt, ist seit über 250 Jahren einer der beliebtesten Aussichtspunkte in der Sächsischen Schweiz. Eine lange Tradition hat auch die jetzt als „Brand-Baude“ bekannte Bergwirtschaft mit Herberge an diesem Ort. Bis weit ins 18. Jahrhundert zurück reicht die Historie der „Brand-Baude“. Es war der Leipziger Dichter Moritz August von Thümmel, der im Jahr 1738 von hier aus ins Polenztal blickte und seinen Gefühlen in einem Gedicht schwärmerisch Ausdruck verlieh.

um 1750

Die frühe Bekanntheit des Ortes entstand wesentlich daraus, das der Brand am damals schon existierenden Malerweg lag, der auch heute – neu belebt - entlang einiger der schönsten Plätze durch die Sächsische Schweiz führt.

Rund 50 Jahre später, inzwischen hatte sich der Name „Brand“ etabliert, entstand die folgende Schilderung, die sich im „Tagebuche für Naturfreunde, Besucher und Bewohner des Meißner Hochlands“ findet. Das Tagebuch hatte ein einheimischer Bergführer, der Lohmener Schuster, Dorfdichter und Fremdenführer Carl Julius Hofmann 1842 veröffentlicht:

„Der Brand ist ein am Hohnsteiner Forste gelegener freier Platz auf einem vorspringenden, mächtigen Felshorn am Rande einer tiefen Schlucht, der seinen Namen von einem ehemaligen Waldbrande führt. Tief zu Füßen das Polenztal, in der Ferne Erzgebirge und Böhmische Höhen, dazwischen die Sächsische Schweiz, besonders links der Elbe. Das Grausige und Schauerliche ist hier in der schönen, malerischen Darstellung zurückgetreten, und das Auge wird an den sanften und anmutigen Bildern erfreut und gestärkt.“

um 1810

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts fanden Wanderer auf dem Brand ein Dach über dem Kopf. Am Anfang waren es kleine Hütten aus Baumrinde, künstlich geschaffene Felsensitze und Grotten, Strohtempel und eine kleine Kapelle mit Fenstern aus buntem Glas, die zum Verweilen einluden. Letztere stand rund 100 Schritte östlich der Felsplatte, die das heutige Berggasthaus trägt, auf einem zweiten Aussichtsplatz. Im Jahre 1822 entstand eine Holzbrücke, die beide Plätze verband und die 1851 durch einen Steinbau ersetzt wurde.

um 1830

Die Bewirtschaftung auf dem Brand, die jetzt mit der „Brand-Baude“ wiederbelebt wird, geht bis 1830 zurück. Zuerst war es eine Frau aus Hohnstein, die Getränke und Speisen anbot, wobei eine Felsspalte als Küche diente. Sie legte damals bereits ein Fremdenbuch an, in das sich Besucher eintragen konnten, was als besondere Merkwürdigkeit in alten Reiseführern aus dieser Zeit hervorgehoben wurde.

um 1850

Ein einfaches Häuschen, das schon zu dieser Zeit stand, aber nur an schönen Sommertagen bewirtschaftet war, zerstörten die Naturgewalten. So fasste der Staat, dem der Brand und die Umgebung damals gehörte, 1856 den Entschluss, auf dem Felsplateau ein Blockhaus zu errichten. Das erste brannte ab, der zweite Bau steht heute noch und beherbergt die neue Informationsstelle über den Nationalpark.

1877 Einzug August Uhlig

Mit dem Einzug von Christian August Uhlig als Pächter der Berggaststätte im Jahre 1877 begann eine rasante Entwicklung. Es wurde noch im gleichen Jahr ein steinernes Haus gebaut, welches den Kern des heutigen Gasthauses bildet. Es wurde 1899 um ein Stockwerk erhöht. 1893 errichtete die Forstverwaltung ein großes Logierhaus – das heutige Steinhaus. Ab diesem Jahr gewährleistete die Familie Uhlig auch den ganzjährigen Betrieb auf dem Brand.

ab 1905 Familie Uhlig in 2. Generation

Dem Vater folgte 1905 der Sohn Rudolf Uhlig als Pächter nach. Ihm gelangen wichtige Verbesserungen wie der Bau einer Wasserleitung und die Schaffung von Versorgungwegen. Damit war die Zeit der Hundekarren und Eselsgespanne, mit denen Lebensmittel und Getränke bis Ende des 19. Jahrhunderts mühsam auf den Brand geschaffte werden mussten, vorbei. Erst mit der Enteignung durch die Sowjets endete nach dem Zweiten Weltkrieg die erfolgreiche Zeit der Uhligs auf dem Brand.


Aus den Fremdenbüchern geht hervor, das der Brand Besucher aus aller Herren Länder anzog, darunter neben vielen Dichtern und Denker auch die russische Kaiserin-Mutter, russische Großfürsten, englische Prinzen, die Wettiner und nicht zuletzt Paul Wallot, der Schöpfer des alten Landtagsgebäudes in Dresden, waren zur Sommerfrische hier. Sie alle ließen sich von dem Blick vom Brand verzaubern, egal ob bei Sonnenuntergang oder am frühen Morgen, was J.G. Lehmann 1845 so schilderte:

„... wo alles in erwachender Frische prangt, von der Sonne beleuchtet, ohne dass sie uns stört, noch dazu an einem Sonntagmorgen, wo die Glocken der nahen Dörfer sich mit dem Gesange der Vögel vereinen, um das Herz zu erheben und freudig zu stimmen. Alles dies gewährt einen Eindruck, der durch nichts so leicht verdrängt und gewiß stets in freundlicher Erinnerung uns vorschweben wird“.
Quelle: "Die Sächsische Schweiz", Monatsschrift "Über Berg und Tal" des Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz, März 1927, von Siegfried Störzner, Dresden

1945 Vertreibung der Familie Uhlig

Nach dem Kriegsende 1945 wurde die Familie Uhlig nach mittlerweile 3 Generationen aus ihrem Heim vertrieben. Die Wohnung im Dachgeschoss fiel einer Brandstiftung zum Opfer, Herberge und Gaststätte wurden geplündert.

2006 Der Neuanfang

Die traditionelle Berggaststätte Brand bei Hohnstein bekam September 2006 einen neuen Betreiber

Das sanierungsbedürftige Ensemble von Häusern wurde traditionsbewusst modernisiert. Bei Baumaterialien und Freizeitangeboten wird die Naturverbundenheit betont, auf der Speise- und Getränkekarte dominieren regionale Produkte.
Auf dem Gelände hoch über dem Polenztal ist die Ausflugsgaststätte mit Aussichtsterrasse zwischen Juni und August 2007 saniert und um einen Gastraum erweitert worden. Die über hundertjährige Herbergstradition ist mit einem rustikalen Matratzenlager und Zimmern in verschiedenen Kategorien wieder aufgenommen worden.
Seit Ende September 2006 gibt im Blockhaus eine Informationsstelle der Verwaltung des Nationalparks "Sächsische Schweiz" Hilfestellung bei der Erkundung des Geländes mitten im Elbsandsteingebirge.
Als zusätzliche Attraktion ist ein kleines Schaugehege mit Ziegen, Kaninchen und Meerschweinchen entstanden. In Planung sind geführte Wander- und Klettertouren, ein Fahrradverleih und Kooperationen mit verschiedenen Anbietern aus der Region, für Kinder soll ein Spielplatz entstehen.
Der Um- und Ausbau der Häuser wird auch weiterhin parallel zum laufenden Betrieb geschehen. Nach und nach werden neue Übernachtungsmöglichkeiten sowie Gesellschafts- und Seminarräume in unterschiedlichen Größen entstehen.